Als die Hannoverschen Werkstätten sich Anfang 2011 gemeinsam mit den Projektpartnern aufmachten, das Projekt „Unternehmen Gesundheit“ zu gestalten, ein „Gesundheitshaus“ aufzubauen, hatten die Projektverantwortlichen nur eine vage Vorstellung was sie erwarten würde. Den Projektnamen hatten die Partner aufgrund seiner Doppelbedeutung bewußt gewählt. Welche Klippen es zu umschiffen gäbe, wie viel Flauten zu bewältigen wären und wie viel Rückenwind das Projekt bekäme, wurde erst im Laufe des Projektes deutlich.

Zunächst schufen Hannoverschen Werkstätten mit einer Steuergruppe und regelmäßigen  Gesundheitszirkeln Strukturen, um die reichlich anfallende Arbeit gezielt anzugehen. Das Projekt wurde unter der Leitung der Steuergruppe in allen Unternehmensteilen in Besprechungen, Versammlungen und im betriebsinternen Mitteilungsblatt permanent kommuniziert. Zusätzlich wurde das Gesundheitsmanagement mit einem eigenen Logo auch „bildhaft“. Die erfolgreiche Durchführung einer  Mitarbeiterbefragung bildete den Grundstein für das weitere Vorgehen. Die Ergebnisse wurden im Unternehmen  in aller Ausführlichkeit kommuniziert und den weiteren Maßnahmen im Rahmen des Gesundheitsmanagements zugrunde gelegt.

Seither fanden in den unterschiedlichen Unternehmensteilen fast 40 Maßnahmen statt, an denen 130 Mitarbeiter/innen (von 210 insgesamt) teilgenommen haben; einige Mitarbeiter/innen auch mehrmals. Die Angebotsthemen reichten von Burnout-Prävention über Progressive Muskelentspannung, Ergonomie am Arbeitsplatz bis zu schwierigen Themen wie Teamtraining, Mitarbeiterjahresgespräche und Konfliktmanagement. Gerade letztere Themen wurden zunächst etwas verhalten angenommen. Auch im Unternehmen selbst wurden im Rahmen des Gesundheitsmanagements größere Umstrukturierungen mit dem Ziel, transparenter, klarer und letztlich effizienter  und „gesünder“ zu werden, vorgenommen.

Jetzt, im dritten und letzten Jahr des Projekts, gilt es, noch einmal einen kräftigen Impuls in Richtung Nachhaltigkeit zu geben. Dazu nutzten  die Hannoverschen Werkstätten am 26.08.2013  von 8:00 bis 13:30 Uhr, einen der regelmäßigen Fortbildungstage für die gesamte Belegschaft für einen Fachtag zum Thema. Auf diesem eigens organisierten „Fachtag für Personalentwicklung und Gesundheitsförderung“ boten die Werkstätten der dafür freigestellten Belegschaft ein sehr breit gestreutes Spektrum zum Thema Gesundheitsmanagement. Vom  Medizinischen Gesundheitscheck, über Ernährungsberatung, Entspannungs- und Bewegungsangeboten, Massagen, bis zu Burnout-Prävention und Diskussion der Problematik psychischer Belastungen am Arbeitsplatz reichte die Angebotspalette. Die hauseigene Gastronomie lieferte hierzu mit verschiedenen eigenentwickelten, ungewöhnlichen und äußerst schmackhaften, veganen Brotaufstrichen mit vielfältigen Toppings, auch Skeptikern den Beweis das fleischfrei  alles andere als fade und langweilig ist. Die überwältigend positive Rückmeldung zu diesem Fachtag zeigte den Projektverantwortlichen, daß sie damit genau auf dem richtigen Weg sind. Das Gesundheitshaus nimmt Gestalt an und die Arbeit daran geht weiter.

Rückblickend glich das „Unternehmen Gesundheit“ mitunter einer Schifffahrt, bei stellenweise Niedrigwasser,  kräftigem Gegenwind oder hohem Wellengang. Gerade die Formalitäten im Rahmen eines Projektes des Europäischen Sozialfonds sorgten für viel Arbeit. Auch die Bereitwilligkeit der Belegschaft sich schwierigerer Themen anzunehmen stellte für die Projektverantwortlichen eine zu überwindende Hürde dar. Dennoch hat der Fachtag dem „Unternehmen Gesundheit“ noch einmal richtig „Rückenwind“ gegeben und das Gesundheitsmanagement der Hannoverschen Werkstätten vorangebracht.  Das Unternehmen kommt dem Ziel, mit einem stabilen Gesundheitshaus das Betriebliche Gesundheitsmanagement langfristig als Teil der Unternehmenskultur einzubinden, näher.

Eine Erkenntnis haben alle Projektverantwortlichen jedenfalls schon gewonnen: neben unentbehrlichen finanziellen und personellen Ressourcen bedarf es mancherlei Frohsinn und vor allen Dingen Mut, Geduld, Hartnäckigkeit, Durchhaltevermögen und viel Herzblut und Leidenschaft.

Marion Forstmeier

Projektleitung

Bild (von links): Vera Neugebauer (Geschäftsführerin der Hannoverschen Werkstätten) und Marion Forstmeier (Projektleiterin)