Am 18.03.2014 hat die Göttinger Werkstätten gGmbH zu einer Fachtagung zum Thema Betriebliches Gesundheitsmanagement – „Eine Implementierung aus sechs Perspektiven“ in das Hotel Freigeist in Northeim eingeladen. 110 Personen aus den Bereichen der Sozialwirtschaft (Behindertenhilfe, Altenhilfe, Gesundheitsfürsorge), Industrie sowie öffentlicher Dienst sind dieser Einladung gefolgt.

Beim Unternehmen Gesundheit handelt es sich um ein gemeinsames Projekt von mehreren Unternehmen der Behindertenhilfe in Niedersachsen. Unter der Trägerschaft der Göttinger Werkstätten haben sich 6 Unternehmen zusammengeschlossen, um sich gemeinsam dem Thema „Betriebliches Gesundheitsmanagement“ zu widmen. Die weiteren Kooperationspartner sind die Lebenshilfen aus Hannover und Hildesheim, die Hannoverschen Werkstätten, die Harz-Weser-Werkstäten und die Heide-Werkstätten Walsrode, die die Tagung mit gestaltet haben.

Ziel der Veranstaltung neben einem lebhaften Austausch war die umfangreiche Berichterstattung über den Projektverlauf sowie über die für die Sozialwirtschaft richtungsweisenden Ergebnisse des dreijährigen Projektes, welches Ende April 2014 endet.
Finanziell gefördert wurde das Projekt (mit einem Gesamtprojektvolumen von 809.000 €) mit einem Zuschuss von 550.000,00 € vom Europäischen Sozialfond (ESF) sowie vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales.

Frau Kerstin Weber, Hauptgeschäftsführerin des Arbeitgeberverbandes Mitte e.V., hat in Ihrem Grußwort die Wichtigkeit des Themas hervorgehoben. Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) setzt an den Arbeitsprozessen und –strukturen sowie an den Kompetenzen der Mitarbeitenden und Führungskräften an und ist daher weit mehr als nur Bewegungsangebote. Dieses wurde im Laufe der Tagung immer wieder deutlich. BGM als eine Managementstrategie, die in der Unternehmenskultur zu verankern ist (siehe Leitidee des Projektes: das Gesundheitshaus) und von allen Ebenen und vor allem von der Geschäftsführung mitgetragen und –gestaltet werden müssen.

Umrahmt wurden die Ergebnisse des Projekts von zwei Fachvorträgen. Fr. Prof. Dr. Driller, Professorin an der FH des Bundes für öffentliche Verwaltung, hat eindrucksvoll die Thematik Burn-out in helfenden Berufen dargestellt und das Dilemma zwischen Erwartungen an sich selbst und fachlichen Anforderungen erläutert. Diese Thematik hat Frau Dr. Elisabeth Wienemann von der Leibniz Universität Hannover aufgegriffen um die Gesundheitsorientierte Führung in den Vordergrund zu rücken. Eine persönliche sowie betriebliche Gesundheitskompetenz sowohl bei Führungskräften und Mitarbeitenden, so Ihre Empfehlung, ist in Zukunft aufzubauen.

Projektleiterin Marion Laudenbach M.A. betonte in Ihren Ausführungen zu den Zahlen, Daten und Fakten des Projektes immer wieder die Vielfältigkeit von BGM. Die praktischen Erfahrungen in der Umsetzung sind im Anschluss von der Projektkoordinatorin Dr. Esther Wesely-Arents unter Beteiligung der fünf Projektleitungen im Netzwerk eindrucksvoll geschildert worden. So wurden neben den positiven Ergebnissen auch Stolpersteine beim Namen genannt. „Vom Projekt zum Prozess“ heißt nun der Auftrag an alle Beteiligten. Derzeit wird an dieser Aufgabe in allen sechs Unternehmen gearbeitet. Schon jetzt ist sicher, dass BGM als Personalentwicklungsstrategie in allen Unternehmen auch im Rahmen des entstandenen Netzwerks weiterverfolgt wird.

Für den Bau des Gesundheitshauses sind innerhalb des Projektes Werkzeuge angewandt, getestet und evaluiert worden. Diese Ergebnisse werden in einem sog. Werkzeugkoffer veröffentlicht. Unter www.sozial-und-gesund.de kann dieser in den nächsten Wochen eingesehen werden. Dort sind praktische Hinweise sowie konkrete Werkzeuge aufgeführt, die es jedem Unternehmen möglich machen können, BGM einzuführen. Gerne können sich Interessierte direkt an MA-Gesundheitsmanagement@Goe-We.de oder unter 0551- 5065 127 melden.